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Fernstudium mit Grundsicherung (früher Hartz IV und Bürgergeld)

Seit dem 1. Juli 2026 heißt das Bürgergeld Grundsicherungsgeld. Ob du daneben studieren darfst, hängt vor allem davon ab, ob dein Studium BAföG-fähig wäre.

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 2 Minuten6 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Die Regel: § 7 Abs. 5 SGB II
  2. Teilzeit-Fernstudium
  3. Weiterbildung über das Jobcenter
  4. Typische Fälle
  5. Studium dem Jobcenter melden
  6. Häufige Fragen

Angaben zu Anbietern stammen von den Anbietern und aus öffentlichen Registern (ZFU, Akkreditierungsrat); Preise und Förderbeträge ändern sich – verbindlich ist immer der Anbieter bzw. die Förderstelle. Werbelinks sind gekennzeichnet und ändern nichts an unseren Texten. Wie wir arbeiten

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer ein dem Grunde nach BAföG-förderfähiges Studium macht (meist Vollzeit), bekommt keine Grundsicherung für den Lebensunterhalt (§ 7 Abs. 5 SGB II).
  • Ein reguläres Teilzeit-Fernstudium ist nicht BAföG-fähig – dann greift der Ausschluss grundsätzlich nicht. Die Gerichte sind sich aber nicht in jedem Fall einig.
  • Alternative: ein Bildungsgutschein des Jobcenters für eine zugelassene Weiterbildung – dann laufen die Leistungen weiter.
  • Vor Beginn mit dem Jobcenter sprechen und die Auswirkung schriftlich bestätigen lassen.

Die Regel: § 7 Abs. 5 SGB II

Auszubildende, deren Ausbildung nach dem BAföG dem Grunde nach förderungsfähig ist, haben keinen Anspruch auf Leistungen zum Lebensunterhalt (über die Leistungen nach § 27 SGB II hinaus). Es kommt also nicht darauf an, ob du tatsächlich BAföG bekommst, sondern ob das Studium förderfähig wäre. In besonderen Härtefällen sind Leistungen als Darlehen möglich (§ 27 SGB II). Zum 1. Juli 2026 hat das Grundsicherungsgeld das Bürgergeld abgelöst; ältere Bescheide gelten weiter.

Teilzeit-Fernstudium

Reguläre Teilzeitstudiengänge sind nicht BAföG-förderfähig; laut Deutschem Studierendenwerk greift der Leistungsausschluss dann grundsätzlich nicht. Fernlehrgänge sind nach § 3 BAföG nur förderfähig, wenn sie ZFU-zugelassen sind, die Arbeitskraft voll in Anspruch nehmen und höchstens zwölf Monate dauern – ein berufsbegleitender Fernkurs fällt also meist nicht darunter. Achtung: Einzelne Landessozialgerichte schließen Leistungen aus, wenn ein an sich förderfähiges Studium nur individuell auf Teilzeit reduziert wird.

Weiterbildung über das Jobcenter

Statt selbst zu studieren, kannst du mit dem Jobcenter über einen Bildungsgutschein sprechen (§ 16 SGB II in Verbindung mit § 81 SGB III). Dann bezahlt das Jobcenter eine nach AZAV zugelassene Weiterbildung, und deine Leistungen laufen weiter. Welche Wege es außerdem gibt, zeigt der Förder-Check.

Förder-Check: Welche Förderung kommt für dich in Frage?

Vier Angaben – der Check listet BAföG, Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein, Arbeitgeber, Steuer und Länderprogramme, die zu deiner Lage passen.

Was willst du machen?

Wie alt bist du?

Deine Lage

Ist es dein erstes Studium bzw. deine erste Ausbildung?

Typische Fälle

  • Berufsbegleitender Fernlehrgang (z. B. Fachwirt, Zertifikatskurs) neben der Arbeitsuche: in der Regel nicht BAföG-fähig, der Leistungsausschluss greift meist nicht. Aufstiegs-BAföG für die Lehrgangskosten ist möglich und wird nicht als Einkommen angerechnet, soweit es zweckgebunden ist – das klärt das Jobcenter.
  • Bachelor in Teilzeit an einer Fernhochschule: als regulärer Teilzeitstudiengang nicht BAföG-fähig, Grundsicherung grundsätzlich möglich.
  • Vollzeit-Fernstudium (z. B. an der FernUni Hagen mit voller Modulzahl): dem Grunde nach BAföG-fähig – dann kein Anspruch auf Leistungen zum Lebensunterhalt, nur Härtefall-Darlehen.

Studium dem Jobcenter melden

Teile dem Jobcenter mit, dass du ein Fernstudium beginnst, und lass dir schriftlich bestätigen, wie es deinen Anspruch beeinflusst. Du musst weiter für Arbeit zur Verfügung stehen; ein Teilzeitstudium darf deine Arbeitsuche nicht verhindern.

Dieser Ratgeber erklärt die allgemeine Rechtslage und ersetzt keine Beratung – verbindlich entscheidet dein Jobcenter.

Häufige Fragen

Darf ich mit Bürgergeld ein Fernstudium machen?

Ein Teilzeit-Fernstudium, das nicht BAföG-fähig ist, schließt die Grundsicherung (früher Bürgergeld) grundsätzlich nicht aus. Ein Vollzeitstudium in der Regel schon. Sprich vorher mit dem Jobcenter.

Zahlt das Jobcenter ein Fernstudium?

Ein Hochschulstudium meist nicht. Eine Weiterbildung mit AZAV-Zulassung kann das Jobcenter über einen Bildungsgutschein bezahlen.

Quellen

  1. § 7 SGB II – Leistungsberechtigte – https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7.html (abgerufen 10.10.2026)
  2. Bundesagentur für Arbeit: Fachliche Weisungen § 27 SGB II (PDF) – https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/dok_ba015866.pdf (abgerufen 10.10.2026)
  3. Deutsches Studierendenwerk: Grundsicherung im Teilzeitstudium – https://www.studierendenwerke.de/themen/studieren-mit-behinderung/finanzierung/sozialleistungen/arbeitslosengeld-ii-fuer-studierende-in-teilzeit-und-promotionsstudiengaengen (abgerufen 10.10.2026)
  4. § 3 BAföG – Fernunterricht – https://www.gesetze-im-internet.de/baf_g/__3.html (abgerufen 10.10.2026)
  5. Agentur für Arbeit: Reform der Grundsicherung ab 1. Juli 2026 – https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/frankfurt-oder/presse/2026-28-reform-der-grundsicherung-fur-arbeitsuchende-tritt-am-1-juli-2026-in-kraft (abgerufen 10.10.2026)
  6. Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein – https://www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/bildungsgutschein (abgerufen 10.10.2026)
Redaktion fernstudiumscout.de. Erstmals veröffentlicht im Januar 2013, vollständig neu geschrieben und geprüft am 10.10.2026. Information, keine Studienberatung – Preise und Bedingungen beim Anbieter prüfen.

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