Zum Inhalt springen

Master im Fernstudium: berufsbegleitend zum Master, LL.M. oder MBA

Ein Master neben dem Job ist der häufigste Grund für ein Fernstudium nach dem Bachelor. Welche Masterarten es gibt, was du für die Zulassung brauchst, was ein Master of Laws kann – und was nicht – und wie viel Zeit du realistisch einplanen musst.

Geprüft am 25.10.2026Lesezeit 5 Minuten6 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Was ein Master im Fernstudium ist
  2. Konsekutiv, weiterbildend, MBA: die Masterarten
  3. Master of Laws im Fernstudium
  4. Wo du den Master im Fernstudium machen kannst
  5. Wie lange dauert ein Master berufsbegleitend?
  6. Kosten, Steuer und Förderung
  7. In fünf Schritten zum passenden Master
  8. Häufige Fragen

Angaben zu Anbietern stammen von den Anbietern und aus öffentlichen Registern (ZFU, Akkreditierungsrat); Preise und Förderbeträge ändern sich – verbindlich ist immer der Anbieter bzw. die Förderstelle. Werbelinks sind gekennzeichnet und ändern nichts an unseren Texten. Wie wir arbeiten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Master baut auf einem ersten Hochschulabschluss auf und hat 60, 90 oder 120 ECTS; zusammen mit dem Bachelor kommen in der Regel 300 ECTS heraus.
  • Konsekutiver Master: setzt das Fach des Bachelors fort. Weiterbildender Master (oft MBA, viele LL.M.): verlangt in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung.
  • Master of Laws (LL.M.) im Fernstudium gibt es für Juristen zur Spezialisierung und für Nicht-Juristen im Wirtschaftsrecht – Anwalt oder Richter wirst du damit nicht.
  • Berufsbegleitend dauert ein Master meist zwei bis drei Jahre; private Anbieter liegen etwa bei 250–600 € im Monat, die FernUni Hagen deutlich darunter.
  • Ein Master nach dem Bachelor ist steuerlich ein Zweitstudium: Die Kosten sind Werbungskosten in voller Höhe.

Lernzeit-Planer: Wie lange dauert es neben dem Job?

Umfang in ECTS-Punkten oder Stunden, deine Wochenstunden und Pausen – der Planer rechnet die Dauer aus.

Was ein Master im Fernstudium ist

Ein Master-Fernstudium ist ein vollwertiges Hochschulstudium mit demselben Abschluss wie im Präsenzstudium – auf dem Zeugnis steht nicht „Fernstudium“. Der Master ist der zweite Studienabschluss nach dem Bachelor und steht im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 7. Er hat 60, 90 oder 120 ECTS-Punkte; zusammen mit dem Bachelor kommen in der Regel 300 ECTS heraus. Wer einen Bachelor mit 180 ECTS hat, landet also meist bei einem Master mit 120 ECTS, wer 210 ECTS mitbringt, bei 90.

Fernhochschulen bieten den Master fast immer berufsbegleitend an: Du lernst mit Studienbriefen, Videovorlesungen und Online-Tutorien, schreibst Hausarbeiten und Klausuren (online oder in Prüfungszentren) und am Ende eine Masterarbeit, oft mit einem Thema aus deinem Betrieb. Präsenztermine gibt es je nach Anbieter gar nicht oder an einigen Wochenenden im Semester.

Konsekutiv, weiterbildend, MBA: die Masterarten

ArtFür wenZulassung (typisch)
Konsekutiver Master (M.A., M.Sc., M.Eng.)Vertiefung des Bachelorfachs, z. B. BWL → Master Controllingfachnaher Bachelor, teils Mindestnote
Weiterbildender MasterBerufstätige, die sich spezialisieren oder das Feld wechselnerster Abschluss plus in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung
MBA (Master of Business Administration)Führungskräfte und Fachleute ohne Wirtschaftsstudiumerster Abschluss plus Berufserfahrung, oft mehrere Jahre
LL.M. (Master of Laws)Juristen zur Spezialisierung, Nicht-Juristen im Wirtschaftsrechtje nach Programm erstes Staatsexamen oder Bachelor (z. B. Wirtschaftsrecht LL.B.)

Formal sind alle akkreditierten Master gleichwertig: Jeder öffnet den Weg zur Promotion und – im öffentlichen Dienst – zum höheren Dienst, sofern das Fach passt. Der Unterschied liegt in der Zielgruppe und im Studienaufbau. Weiterbildende Master setzen Berufspraxis voraus und bauen darauf auf; für sie zahlst du nach dem Hochschulrecht der Länder meist kostendeckende Gebühren, auch an staatlichen Hochschulen.

Master of Laws im Fernstudium

Der LL.M. ist der rechtswissenschaftliche Master. Im Fernstudium gibt es ihn in zwei Varianten, die du nicht verwechseln solltest:

  • LL.M. für Juristen: Mit erstem oder zweitem Staatsexamen spezialisierst du dich, etwa im Wirtschafts- und Arbeitsrecht, Datenschutz oder in der Kanzleipraxis. Die FernUniversität in Hagen bietet solche weiterbildenden LL.M.-Programme über ihr Weiterbildungsinstitut an; zugelassen wird dort unter anderem, wer das erste juristische Staatsexamen hat.
  • LL.M. für Nicht-Juristen: Aufbauend auf einen Bachelor im Wirtschaftsrecht (LL.B.) oder – je nach Programm – auf ein anderes Studium mit Rechtsanteil. Beispiele sind Master im Wirtschaftsrecht privater Fernhochschulen oder der LL.M. Legal Tech der Hochschule Wismar über WINGS (90 ECTS, vier Semester, online).

Kein Weg in die Anwaltschaft. Rechtsanwalt oder Richter wird nur, wer die Befähigung zum Richteramt hat – also nach Jurastudium und Referendariat beide Staatsprüfungen bestanden hat (§ 4 BRAO, § 5 DRiG). Ein LL.M. ersetzt das nicht, auch nicht zusammen mit einem LL.B. Er qualifiziert für Rechtsabteilungen, Compliance, Personal, Steuer- und Verwaltungsjobs.

Mehr zu Recht im Fernstudium, vom Bachelor bis zum Zertifikat, steht im Fachbereich Recht.

Wo du den Master im Fernstudium machen kannst

Masterstudiengänge im Fernstudium bieten vor allem die privaten, staatlich anerkannten Fernhochschulen an – etwa die IU Internationale Hochschule, Euro-FH, AKAD, HFH, PFH, Wilhelm Büchner Hochschule und APOLLON – sowie die staatliche FernUniversität in Hagen und Fernstudienanbieter staatlicher Hochschulen wie WINGS (Hochschule Wismar). Die Unterschiede zeigen sich in drei Punkten:

  • Start: Die IU lässt dich jederzeit beginnen, andere Hochschulen zum Semesterstart (bei der HFH im Januar und Juli, an der FernUni zum Sommer- oder Wintersemester).
  • Tempo: Viele private Anbieter haben mehrere Zeitmodelle – schneller ist pro Monat teurer, insgesamt aber günstiger.
  • Präsenz: von vollständig online bis zu mehreren Seminarwochenenden pro Semester.

Alle Anbieter mit Faktenkasten, Zulassung und Probezeit stehen im Fernschulen-Vergleich; filtere dort nach dem Abschluss „Master“.

Wie lange dauert ein Master berufsbegleitend?

Ein ECTS-Punkt steht für 25 bis 30 Stunden Arbeit. Daraus ergibt sich der Aufwand:

UmfangArbeitsstunden gesamtTypische Dauer berufsbegleitend
60 ECTS1.500–1.8002–3 Semester
90 ECTS2.250–2.7004–5 Semester
120 ECTS3.000–3.6005–6 Semester

Bei 90 ECTS in fünf Semestern sind das rund 17 bis 21 Stunden pro Woche – das ist neben einem Vollzeitjob ein zweiter Halbtagsjob. Plane Puffer für Masterarbeit, Urlaub und stressige Phasen im Beruf ein. Der Lernzeit-Planer oben auf dieser Seite rechnet aus deinen ECTS und deinen freien Stunden die realistische Dauer.

Kosten, Steuer und Förderung

Private Master und MBA kosten berufsbegleitend etwa 250 bis 600 € im Monat über 18 bis 36 Monate; dazu kommen gegebenenfalls Prüfungs- und Reisekosten. An der FernUniversität in Hagen zahlst du für konsekutive Master deutlich weniger, für weiterbildende Programme dagegen ebenfalls eigene Gebühren. Den Gesamtpreis muss dir jeder Anbieter nach § 3 Fernunterrichtsschutzgesetz vor Vertragsschluss nennen.

Steuerlich ist der Master nach einem Bachelor ein Zweitstudium: Gebühren, Fahrten, Fachliteratur und Laptop-Anteil sind Werbungskosten ohne Obergrenze, ein Verlust lässt sich in spätere Jahre vortragen. Viele Arbeitgeber beteiligen sich, oft mit Rückzahlungsklausel – lass dir die Bedingungen schriftlich geben. Für die Präsenz- und Prüfungstage kannst du in den meisten Bundesländern Bildungsurlaub beantragen. Alle Wege prüft der Förder-Check, was netto bleibt, der Kostenrechner; die Details zur Steuer stehen in Fernstudium von der Steuer absetzen.

In fünf Schritten zum passenden Master

  1. Ziel klären. Spezialisierung im eigenen Fach (konsekutiv), Wechsel in ein neues Feld (weiterbildend) oder Führung (MBA)?
  2. ECTS rechnen. Bachelor-ECTS plus Master-ECTS sollten 300 ergeben – sonst Brückenmodule oder Anrechnung klären.
  3. Zulassung prüfen. Fachnähe, Mindestnote, Berufserfahrung: Die Zulassungsordnung des Studiengangs ist verbindlich, nicht die Werbeseite.
  4. Akkreditierung nachschlagen. In der Datenbank des Akkreditierungsrats, dazu die ZFU-Nummer – so geht’s im Ratgeber Zulassung und Anerkennung.
  5. Probezeit nutzen. In den ersten Wochen echte Einsendeaufgaben bearbeiten – dann weißt du, ob Material, Betreuung und Tempo passen.

Häufige Fragen

Kann ich einen Master ohne Bachelor im Fernstudium machen?

In der Regel nicht – der Master setzt einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss voraus. Einige Bundesländer erlauben weiterbildende Master für besonders qualifizierte Berufstätige über eine Eignungsprüfung; das ist die Ausnahme und hängt vom Studiengang ab. Frag gezielt bei der Hochschule nach.

Mein Bachelor hat nur 180 ECTS – reicht das?

Für einen Master mit 120 ECTS ja. Für einen Master mit 90 oder 60 ECTS fehlen dir 30 oder 60 Punkte bis 300. Viele Hochschulen bieten dafür Brückenmodule oder rechnen Berufserfahrung an; das steht in der Zulassungsordnung.

Ist ein MBA ein Master?

Ja, der Master of Business Administration ist ein Mastergrad. Er ist meist weiterbildend angelegt, setzt also Berufserfahrung voraus, und richtet sich an Menschen ohne wirtschaftswissenschaftliches Erststudium oder mit Führungsziel.

Wie viele Stunden pro Woche brauche ich für einen Master neben dem Job?

Ein ECTS-Punkt steht für 25 bis 30 Stunden Arbeit. Ein Master mit 90 ECTS in fünf Semestern bedeutet etwa 17 bis 21 Stunden pro Woche. Mit dem Lernzeit-Planer auf dieser Seite rechnest du das für dein Modell.

Quellen

  1. Eurydice: Studiengänge im zweiten Studienzyklus in Deutschland (Master, Zugang, Umfang) – https://eurydice.eacea.ec.europa.eu/de/eurypedia/germany/studiengaenge-im-zweiten-studienzyklus (abgerufen 25.10.2026)
  2. Akkreditierungsrat: Handreichung zu weiterbildenden Studiengängen (PDF) – https://archiv.akkreditierungsrat.de/fileadmin/Seiteninhalte/AR/Beschluesse/AR_Handreichung_Weiterbildung.pdf (abgerufen 25.10.2026)
  3. § 4 BRAO – Zugang zum Beruf des Rechtsanwalts – https://www.gesetze-im-internet.de/brao/__4.html (abgerufen 25.10.2026)
  4. § 5 DRiG – Befähigung zum Richteramt – https://www.gesetze-im-internet.de/drig/__5.html (abgerufen 25.10.2026)
  5. § 9 EStG – Werbungskosten – https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9.html (abgerufen 25.10.2026)
  6. Hochschulkompass der HRK: Studiengänge suchen – https://www.hochschulkompass.de/ (abgerufen 25.10.2026)
Redaktion fernstudiumscout.de. Vollständig neu geschrieben und geprüft am 25.10.2026. Information, keine Studienberatung – Preise und Bedingungen beim Anbieter prüfen.

Weiterlesen