Tipps für die Gründung von Lerngruppen

Einer der größten Unterschiede zwischen Fernstudium und klassischem Präsenzstudium ist der fehlende Kontakt zu den Mitstudierenden. Damit verzichtet der Fernstudent oft ganz selbstverständlich auf eine sehr wichtige Arbeitsform – nämlich der Lerngruppe.

Lerngruppen = Motivationsschub

Nicht jeder kommt gleichermaßen gut mit dem Selbstmanagement allein von zu Haus aus zurecht. Gerade am Studienanfang in den ersten Semestern kann einen das frustrieren, demotivieren und im schlimmsten Falle vom Plan des Selbststudiums abbringen.moodle-logo-small

Deshalb sollte man von Anfang an ein wenig Zeit für das „Get Together“ einplanen. Die Rücksprache, die man mit anderen Studenten halten kann, ist Gold wert. Es braucht dafür auch gar nicht viel Zeit, und vor allem muss man heutzutage nicht mehr alles von Angesicht zu Angesicht machen. Wer eine Lerngruppe zu einem Semesterthema gründen möchte, kann das nämlich ganz bequem online tun.

Neben bekannten Webdiensten und Communitys, wie Skype oder Facebook, mit denen man sich gezielt  in der Gruppe austauschen kann, bieten viele Unis und Institute virtuelle Lernhilfen an. Eine praktische Möglichkeit ist zum Beispiel Adobe Connect, das von Bildungseinrichtungen lizensiert und für die Studis freigegeben werden kann. Die Tools zum Austausch von Lehrmaterialien und für die Diskussion untereinander sind breitgefächert. Was ich da selbst bevorzuge, teile ich gern einmal in einem weiteren Artikel mit.

Heute soll es vielmehr darum gehen, Gleichgesinnte zu finden und erst einmal eine Lerngruppe auf die Beine zu stellen.

Tipps für die Gründung

Das erste Problem lässt sich meist schon Dank der vielfach angebotenen Kommunikationsmöglichkeit der Studenten untereinander lösen: Wie finde ich Kommilitonen, mit denen ich mich zusammen schließen kann.

Da man sich in einem Fernstudium gezwungenerweise kaum persönlich kennenlernen kann, bietet sich der Weg über Foren und Uni-Zeitschriften an, um miteinander in Kontakt zu treten. Im Falle der Fernuni Hagen lässt sich zum Beispiel über die Lernplattform Moodle und den angeschlossenen Foren eine Gruppe starten.

Dabei gibt es ein paar Regeln, die man vorher festlegen sollte, die man fächerübergreifend einsetzten kann:

  • Die Gruppen sollten nicht zu groß sein
  • Feste Termine sollten von Anfang an festgelegt werden
  • Gut sind auch wechselnde Mitglieder an verschiedenen Tagen
  • Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Dauer der Treffen
  • Die Organisation sollte auf mindestens 2 Studenten aufgeteilt werden
  • Die Gruppen sollten homogen sein (Stichpunkt Wissenstand)

Ein ebenso wichtiger Punkt ist: Man muss offen miteinander umgehen. Das soll sich nicht nur auf die offene Kommunikation untereinander beziehen, sondern auch die eigene Menschenkenntnis anregen. Wenn man merkt, dass es in der Gruppe zu Spannungen kommt, zum Beispiel weil sich zwei Studenten regelmäßig bei Diskussionen in die Haare bekommen, sollte man besser über einen Ausschluss von Gruppenmitgliedern nachdenken. Ein wirklich stark verbreiteter Fehler ist es, in einer strengen Gruppenhierarchie weiter zu machen, obwohl die Gruppe nicht harmoniert. Meist gibt es dann auch niemanden, der wirklich von einem Lerneffekt in der Gruppe profitiert. Sich das aber einzugestehen, fällt vielen schwer.

Die Gruppengröße

Sind es mehr als 8 Personen, kann es mit dem Austausch schon schwierig werden. Den besten Lernerfolg erzielt man, wenn man eine gute Waage halten kann zwischen Vortrag und Diskussion. Die kann allerdings nur fruchtbar sein, wenn sich möglichst alle Gruppenmitglieder einbringen. Bei Groß-Gruppen verfällt man viel zu oft in die Rolle des passiven Zuschauers, deshalb ist eine kleine Gruppe effektiver.

Was sich dafür als sehr guter Tipp herausgestellt hat, ist eine Festlegung für zum Beispiel 2 regelmäßigen Terminen in der Woche, zum Beispiel Dienstags Abends und Sonntags vormittags, zu dem jeweils nur höchstens 12 Studenten zugelassen werden. Wer sich als 13.ter anmelden würde, hat für den Termin dann Pech gehabt, dafür hat man immer eine gleich große Gruppe, was die Gruppenarbeit erleichtert. Zum anderen hat man auch Ausweichtermine, wen man selbst einmal verhindert ist aber nicht auf das gemeinsame Lernen verzichten möchte.

Wie handhabt ihr Gruppenarbeiten und Lerngruppen? Wenn ihr weitere  Tipps habt, meldet euch.

Hier schreibt Nadine

Jahrgang 1976. Technik-Geek mit Hang zu OS X, Analog-Fotografie und Social Media. Großer Wissensdurst und die Lust am Neuen führte jetzt zu einem Fernstudium. Mein Motto: Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann (Mark Twain).

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  1. Pingback: Einfache Tipps für das Lernen in Gruppen on 6. Dezember 2013

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